Hämoperfusion
Was ist Hämoperfusion?
Bei der Hämoperfusion wird Blut in einem geschlossenen Kreislauf direkt über eine Kartusche mit Sorbens geleitet – etwa Aktivkohle oder Kunstharz – und anschliessend in den Körper zurückgeführt. Je nach Kartusche werden bestimmte Substanzen gebunden, zum Beispiel einzelne Medikamente oder Giftstoffe, Entzündungsbotenstoffe oder Endotoxine (Bestandteile bestimmter Bakterien).
Klassische Anwendungen sind schwere Vergiftungen mit bestimmten Substanzen – wobei heute oft die Hämodialyse bevorzugt wird – sowie Einsätze in der Intensivmedizin. Bei einer Blutvergiftung mit Schock zeigte eine grosse randomisierte Studie mit 450 Patientinnen und Patienten keinen Überlebensvorteil durch eine Endotoxin-Hämoperfusion (EUPHRATES, 2018). Für chronische Erkrankungen ist ein Nutzen nicht belegt; ebenso wenig eine «Entgiftung» oder eine verbesserte «Blutqualität».
Da Sorbenskartuschen auch Medikamente binden können, wird vor jeder Behandlung ärztlich geprüft, ob eine Indikation besteht und ob Medikamente angepasst werden müssen. Nutzen und Risiken – etwa im Zusammenhang mit dem Gefässzugang, der Blutgerinnung oder einem Abfall der Blutplättchen – werden vorab mit Ihnen besprochen; die Behandlung erfolgt unter ärztlicher Überwachung.
Sie können eine Beratung anfragen, sich an unseren Concierge wenden oder uns gerne per E-Mail oder Telefon kontaktieren.